Der deutsche, in Südafrika wirkende Bischof Fritz Lobinger gilt als Vordenker einer neuen Art von Priestertum. Hier der Anfang eines sehr bedenkenswerten Artikels:
Priester und Viri Probati nebeneinander
Eine Frage der Koexistenz
(Ein sehr konstruktiver Diskussionsbeitrag von Bischof Fritz Lobinger, Südafrika:
Allen scheint klar zu sein, dass der Priestermangel nur durch die Zulassung von bewährten, verheirateten Mitarbeitern zur Priesterweihe überwunden werden kann. Alle sind sich auch darin einig, dass eine solche Weihe von «Viri Probati» nur auf eine Weise stattfinden darf, die das bestehende Priestertum nicht in ernste Gefahr bringt. Sehr viele haben auch schon vor der Gefahr gewarnt, dass durch die Weihe von Viri Probati «zwei Klassen von Priestern» entstehen könnten. Keinesfalls soll eine Art von Priestern entstehen, die als zweitklassig angesehen werden könnten. Es sollen auf keinen Fall Hilfspriester entstehen. Das Problem ist auch nicht dadurch zu lösen, dass die zusätzliche Schwerpunktthema 20 Art von Priestern so sehr den bestehenden Priestern angeglichen wird, dass man fast keinen Unterschied mehr bemerkt. Denn auf diese Weise entsteht eine «Klerikalisierung der Laien» die sicher nicht unser Ziel sein darf. Es ist ein ganzes Bündel von Fragen und sie müssen geklärt werden, bevor man auf eine Entscheidung für eine neue, zusätzliche Art von Presbytern drängt. Wo es schon seit langer Zeit Priestermangel gibt, zeichnet sich eine Lösung bereits ab In den Diözesen der südlichen Erdhälfte hat sich seit langer Zeit ein ziemlich einheitlicher Stil von Gemeindeleitung herausgebildet. Man könnte diese Gemeinden als «sich selbst tragende Gemeinden» bezeichnen. Zwei oder drei Priester leben zusammen an einem zentral gelegenen Ort und leiten von dort aus fünfzig bis achtzig Gemeinden. Diese Gemeinden hatten noch nie einen eigenen, bei ihnen residierenden Pfarrer. Sie haben nur einmal im Monat oder noch viel seltener eine Eucharistiefeier. Sie haben aber ein Leitungsteam aus freiwilligen Mitarbeitern gebildet, das alle pastoralen Dienste leistet, die ohne Priesterweihe möglich sind. Für diese Aufgabe wurden sie von ihren Pfarrern ausgebildet und erhalten auch weiterhin eine nie endende Weiterbildung. Auf diese Weise entstand, ohne offiziellen Beschluss, ein «Nebeneinander» von zwei Arten von Gemeindeleitern. Nicht ein Grundsatzbeschluss hatte zu dieser Aufteilung des Amtes geführt, sondern die Not, gepaart mit einem Gespür was der Geist in einer solchen Situation tun will. Die pastoralen Dienste werden also auf zwei verschiedene Rollenträger aufgeteilt. Der eine Rollenträger kommt aus der Gemeinde, der andere kommt zur Gemeinde.
Volltext: http://www.anzeiger-fuer-die-seelsorge.de/zeitschrift/archiv/detail_html?k_beitrag=2937889&k_par_beitrag=2937844
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant