(Hier der 2. Teil meiner Predigt vom letzten Sonntag, basierend auf dem päpstlichen Schreiben «Freude des Evangeliums»:
Der Papst spricht dann von «neuen Formen von Armut und Hinfälligkeit – den Obdachlosen, den Drogenabhängigen». – Auch hier können wir die Einladung anfügen, ihnen mit «aufmerksamer Zuwendung» zu begegnen statt mit dem unbarmherzigen Standard-Satz «Selber schuld».
Und jetzt zwei Sätze, die «Chur» beherzigen sollte: «Die Kirche ist (…) das Vaterhaus, wo Platz ist für jeden mit seinem mühevollen Leben. Die Eucharistie ist (…) nicht eine Belohnung für die Vollkommenen, sondern ein grosszügiges Heilmittel und eine Nahrung für die Schwachen» — Kommentar überflüssig.
Es fällt mir schwer, die drei-vier andern Stellen aus dem Papstschreiben wegzulassen, die ich mir herauskopiert hatte. Aber ich will Sie ja nicht mit einer noch längern Predigt quälen.
Nur noch eine Aussage des Papstes, ein Zitat des Kirchenvaters Johannes Chrysostomos: Die eigenen Güter nicht mit den Armen zu teilen bedeutet, diese zu bestehlen und ihnen das Leben zu entziehen. Die Güter, die wir besitzen, gehören nicht uns, sondern ihnen.«
Sie wissen es: «Wir teilen» ist seit Jahrzehnten das Motto des Fastenopfers. Dazu die provokative Frage mit Blick auf Mutter Teresas Wort: «Wir müssen lieben, bis es weh tut.» Frage: Haben wir auch schon so viel geteilt, dass es weh getan hat?
www.netzwerkafrika.de: Hier gibt es jede Woche in der Fastenzeit eine Seite der Fastenmeditation. Wer den ganzen Text möchte, wende sich an: wludin@bluewin.ch
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/fasten-opfer-zeit-teilen-bis-es-weh-tut/