«Es gibt doch noch Hoffnung», kommentierte ein Freund von mir den Artikel, den er mir aus der ZEIT zustellte. Er enthält Zitate aus der langen Ansprache, die Walter Kardinal Kasper vor den in Rom versammelten Kardinälen hielt.
Auch dass der Papst davon begeistert sei, lasse hoffen, meint mein Freund. Papst Franziskus erzählte, er habe die Rede am Abend nochmals gelesen: «vor dem Einschlafen, aber nicht zum Einschlafen».
Sicher haben Kaspers Worte einige konservative Kardinäle nicht schlafen lassen. Worte wie die folgenden.
Ø Das Evangelium «ist kein Gesetzescodex. Ohne den in den Herzen wirksamen Geist ist der Buchstabe tötendes Gesetz.
Ø «Mit den Geboten ist der Menschheit ein Kompass mit auf den Weg gegeben. Man kann sie niemandem auferlegen.»
Ø «Als Wegbegleiter der Menschen sollen wir nicht Unglückspropheten, sondern Hoffnungsträger sein.»
Ø «Jesus distanziert sich von der Herzenshärte und Heuchelei der über die Ehebrecherin verhängten drakonischen Strafen und spricht ihr Vergebung zu.»
Ø «Sakramente sind keine Belohnung für Wohlverhalten und für eine Elite, welche die ausschliesst, die der Sakramente am meisten bedürfen.»
Wenn dies die offizielle Linie des Vatikans wird, müssen wir Mitleid haben mit jenen, die sich als «papsttreu» bezeichnen. Was müssen sie für Qualen leiden???
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant