Die Umfrage über Ehe und Familie hat einiges ausgelöst. So wird zum Beispiel endlich über die Wegbegleitung von Paaren in Krisen von der Kirchenleitung nachgedacht; statt ihnen nur das «…bis der Tod euch scheidet» an den Kopf zu knallen. Aus einem Bericht der FAZ:
Mit dem Scheitern einer Ehe umgehen
Auch das Bistum Limburg erwägt, die Ehevorbereitung in den Blick zu nehmen, wie Beate Gilles, die Familiendezernentin der Diözese, sagt. Sie denke zum Beispiel daran, Paare einzubinden, die schon lange verheiratet seien: «Vorbilder sind wichtig.» Ausserdem halte sie es für wichtig, dass Formen gefunden würden, die Menschen helfen könnten, mit dem Scheitern einer Ehe umzugehen. Das sei in den vergangenen Jahren ausgeblendet worden. Dabei sei gerade das eine grosse Sehnsucht gläubiger Katholiken, deren Ehe nicht gehalten habe.
Der Mainzer Bischof Lehmann tritt unter anderem für «mehr niederschwellige, vielstufige Angebote für Menschen in Konfliktsituationen» ein, für mehr «Wegbegleitung» von Eheleuten und mehr Rücksicht auf soziale und arbeitsrechtliche Bedingungen für junge Leute, die eine Familie gründen wollen. Grundlegend plädiert er für eine menschenfreundliche Ethik, hinter die eine vorherrschende «Verbotsethik» zurücktreten müsse.
PS. Ich habe kürzlich hier geschrieben, dass betr. Ehevorbereitung Bischof Huonder Recht hat. Inzwischen bin ich mit dieser Auffassung nicht mehr allein. Kürzlich haben wir in einem Gremium darüber diskutiert…
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant