Welche Risiken Flüchtlinge auf sich nehmen (vgl. Lampedusa)

«Sie suchen ein bequemes Leben …. Sie wollen von uns profitieren.» So heisst es von den Flüchtlingen, die in Lampedusa und anderswo stranden.
Papst Franziskus warnte dort vor einer «Globalisierung der Gleichgültigkeit». Und Christopher Hein, Direktor des italienischen Flüchtlingsrates meint in einem Beitrag in der Zeitschrift «Franziskaner»:
«Die Menschen, die sich auf diese ‹Reise› über das Meer begeben, wissen, dass sie zu den mindestens acht Prozent ‹Passagieren› gehören können, die Europa nicht lebend erreichen. Dennoch zahlen sie dafür zwischen 1 500 und 9 000 Euro pro Person – je nachdem, von welcher Küste Nordafrikas sie aufbrechen. Um dieses Geld aufzubringen, müssen sie lange Zeit unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten oder ihren Körper zur sexuellen Ausbeutung verkaufen.
Für die Entscheidung, sich in überfüllte und von vornherein seeuntüchtige Boote pressen zu lassen, muss es sehr starke Beweggründe geben.» (Volltext: www.franziskaner.de  S. 28f)
Im Klartext heisst dies wohl: eine hungernde Familie oder das Risiko, auf der Reise umzukommen. Doch wer durchkommt, wird als «Wirtschaftsflüchtling» verschrieen.  Und niemand erinnert sich an unsere Verwandten, die vor 100 und mehr Jahren in die «Neue Welt» zogen (darunter eine Grosstanten von mir …)

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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