Wenn Starke gläubig würden

Zufällig traf ich auf zwei Sätze, die mir zu denken geben:
«Der Mensch war zuerst gläubig aus Schwäche, dann wurde er ungläubig aus Stärke. Ich warte auf den Tag, da er gläubig sein wird aus Stärke.» (Ruth C.Cohn)
Man kann es ähnlich formulieren: Wenn es den Menschen schlecht geht, fühlen sie sich von Gott abhängig. Oder wie im Sprichwort: «Not lehrt beten.»
Und dann: Wenn es dem Menschen gut geht, braucht er keinen Gott. Aus diesen beiden Fakten hört man bisweilen von – ich nenne sie «gottlos Frommen» – ein Krieg oder eine ähnliche Katastrophe wäre ja ganz gut, damit ….
Dürfen wir mit Ruth Cohn hoffen, dass Menschen, denen es gut geht, gläubig werden, damit sie jemanden haben, dem sie danken dürfen?

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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