«Ich stehe nach wie vor entschieden für die Existenz Israels in sicheren Grenzen ein», schreibt Hans Küng im 3. Band seiner Autobiographie (ich habe bereits daraus zitiert). Doch dann bezeichnet er mit Jimmy Carter Israel als einen Staat mit «Apartheidpolitik». Er findet weiter deutliche Worte für Zustände, die von der hiesigen Israel-Lobby völlig ignoriert werden:
«Immer mehr erscheint es mir als eine Tragödie von geradezu biblischem Ausmass, dass dieses jüdische Staatsvolk, das zuvor mehr als jedes andere unter der Gewaltherrschaft eines ‹Herrenvolkes› gelitten hat, nun selber zu einer mitleidlosen Besatzungsmacht geworden ist. … Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wird diese sogar der ganzen Welt demonstriert durch eine Mauer nach kommunistischem Vorbild. Solche politisch völlig unsensible militärische ‹Sicherheitspolitik› hat Israel jedoch politisch, wirtschaftlich und moralisch geschwächt. Und zugleich hat sie das (von den meisten Israelis bewusst ignorierte) unbeschreiblich Elend der Palästinenser ständig vergrössert.
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
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