«Die Erde ist einem Martyrium ausgesetzt, weil aktuell eine allgemeine Missachtung der Schöpfung vorherrschend ist. Ressourcen werden verschleudert: Zwei Drittel der Lebensmittel werden weggeworfen.»
Dies sagte mein Mitbruder Anton Rotzetter in seinem Vortrag im Rahmen der Schwyzer Erwachsenenbildung.
Und weiter, gemäss einem Bericht der Schwyzer Zeitung: «Wenn alle so leben würden wie wir in der Schweiz, würden wir dreimal die Erde brauchen. Pflanzen werden ungefragt manipuliert (Gen-Pflanzen), die Vielfalt in der Pflanzenwelt vermindert sich laufend. Tiere werden als blosse Konsumware behandelt; die ungebremste Gier auf Fleisch hat dramatische Folgen: Armut in verschiedenen Ländern wegen Export der Sojaproduktion für Tierfutter, Klimaveränderung durch Erderwärmung, gesundheitliche Schäden und eine zunehmende Unempfindlichkeit gegenüber leidenden Kreaturen.»
(…)
In der an den Vortrag anschliessenden engagierten Diskussion meinte Rotzetter auf die Frage, wie denn die manchmal auch brutale Gewalt in der Tierwelt zu erklären sei, dass der Mensch immerhin die Möglichkeit habe, sich zu entscheiden. Er selber verzichte auf Fleischkonsum (in der Schweiz kommt auf jeden Einwohner ein Kilo Fleisch pro Woche), auf ein Auto, auf das Fliegen – persönliche Entscheidungen, die jeder Mensch treffen kann. Auch müssten sich Einstellungen ändern, zum Beispiel, dass Vegetarier Spinner seien.
Ebenso habe das Christentum in Anlehnung an das griechische Denken alles auf den Menschen reduziert; nur die Geistseele des Menschen sei ewig und komme in den Himmel, die sensitive Tierseele und die vegetative Pflanzenseele habe daran keinen Anteil. Von Jesus sei zu lernen, dass er die ganze Schöpfung in seinen Heilsplan einbezogen habe, wie verschiedene Worte Jesu bezeugen: «Seht euch die Vögel des Himmels an (Mt 6,26). Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen (Mt 6,28).» «Auch das Paulus-Wort ist immer mitzubedenken, dass die ganze Schöpfung seufzt und ihrer Erlösung harrt (Röm 8,22). Mit einer so begründeten Schöpfungsspiritualität könnten wir bezeugen, dass alles, was lebendig ist, auch heilig ist.»
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
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