Ein nicht namentlich gezeichneter Rückblick auf die ersten Konzilsperiode in der Herder-Korrespondenz würdigt das Zusammenspiel von Papst und Bischöfen auf dem Konzil als wegweisend und irreversibel.«Johannes XXIII. hat kraft seines Primates das Konzil geleitet. Aber er hätte kein grossartigeres Beispiel für die Anwendung des Subsidiaritätsprinzips in der Kirche in deren neueste Geschichte einschreiben können als dieses. Viermal hat er markant in das Konzil eingegriffen: durch die Bestätigung der Kommissionswahlen, als es an der absoluten Mehrheit fehlte; durch die Auswahl der Personen, die er selbst in die Kommissionen zu delegieren hatte; durch die Ermächtigung des Präsidiums zur Abkürzung der Debatten und durch die Absetzung des Offenbarungsschemas von der Tagesordnung. In keinem dieser Fälle konnte auch nur der Anschein entstehen, als habe der Papst dem Konzil seinen Willen aufgezwungen; im Gegenteil, jede dieser Massnahmen half ihm aus einer Verlegenheit durch eine subsidiäre Entscheidung, die, recht verstanden, in seinem Geist lag. Das Zusammenwirken von Primat und Episkopat in den vergangenen Monaten ist das greifbarste und vielleicht wichtigste innerkirchliche Ereignis und Ergebnis dieser Sitzungsperiode. Der Papst hat dadurch den Episkopat so sehr gestärkt in seinem Ansehen und in seinem Selbstbewusstsein, dass man von einer Epoche sprechen kann, die niemand mehr rückgängig machen wird».(HerKorr 17 [1962/1963] 191; emf)
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