Für die einen bedeuten sie den Untergang der Pfarreien. Andere hoffen, sie würden die Zukunft der Pfarreien retten: die Pastoralräume (oder wie immer sie in den einzelnen Diözesen heissen).
Kritiker werfen ihnen vor, ihre Zusammensetzung und Anzahl würde nach der Zahl der vorhandenen Priester bestimmt. Die Kirchenleitungen bestreiten dies, wohl zu Recht. Doch niemand wagt zuzugeben, dass es solche Reformen ohne Priestermangel kaum gäbe.
Dabei ist die Zusammenarbeit über die Pfarreigrenzen hinweg heutzutage unverzichtbar. Das Bistum St. Gallen nennt sein Projekt der Pastoralräume denn auch Lebensraumorientierte Seelsorge/LOS. Die Seelsorge berücksichtigt damit die heutige (mobile) Lebensweise.
In Deutschland und in Österreich werden – anders als in der Schweiz – einfach Pfarreien zusammengelegt, zum Teil auf massive Weise (etwa: 250 werden 50 …). Die Eucharistiefeiern werden zentral angeboten. Dazu Paul M. Zulehner:
«Ich erlebe bei vielen Betroffenen im deutschen Sprachraum nach solchen Reformen eine Art innerer Kündigung, die durch nachgereichte spirituelle Appelle nicht gemindert wird. Ausserdem werden manche Pfarreien dadurch von oben beschleunigt «aufgelöst», weil – so ein Kommentar in meiner Umfrage – dank der Zentralisierung der Eucharistiefeiern ein Drittel dorthin geht, ein Drittel wegbleibt, und nur ein Drittel in die gemeindliche Wortgottesfeier kommen wird. Die neugemeindlichen Sonntagsversammlungen werden auf ein Drittel schrumpfen.»
Frage: Wie erlebt Ihr die Pastoralräume ganz konkret im kirchlichen Alltag? Wo es noch keine gibt: Wären sie hilfreich?
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant