Gibt die vatikanische Uhr die Weltzeit an? (Dietrich Wiederkehr)

«Es ist unmöglich und unsinnig, für die Lebensform des Priesters oder für die Einführung der Frauenordination einen weltzeitlich-einheitlichen Zeitpunkt zu finden; es liefe darauf hinaus, die Tages- und Uhrzeit wider alle geographischen Verschiebungen durchtrotzen zu wollen«.
Diese immer noch höchste aktuelle Aussage meines Mitbruders Dietrich Wiederkehr finde ich im Buch über das Kirchenvolks-Begehren, das umittelbar nach seiner Lancierung im Jahre 1995 herauskam.
Dietrich schreibt weiter: «Noch weniger lässt sich das «gemeinsame Vorgehen» als Aufschiebungsvorwand missbrauchen, wie es immer wieder geschieht. Dabei wäre erst noch zu fragen, wie und vom wem diese fällige Stunde angezeigt und realisiert würde.»
Im gleichen Buch nimmt Georg Denzler den Gedanken von der Kirchenuhr auf. Er postuliert, dass die Ortskirchen «nach den Prinzipien von Kollegialität, Solidarität und Subsidiarität ein eigenständiges Leben entfalten können. Dann müssten auch die Bischöfe nicht mehr immer auf die Uhr des Vatikans schauen …»
Im selben Buch finde ich eine bedenkenswerte Aussage von Wilhelm Zauner im Zusammenhang über die Bischofsernennungen durch den Papst: «Nicht einmal Petrus kam auf den Gedanken, dass er allein für Judas Iskariot einen Nachfolger ernennen könnte.»

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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