Barmherzigkeit statt Legalismus (Papst Franziskus)

In Europa fragt man: «Was steht im Kirchenrecht?» In Lateinamerika überlegt man: «Wie würde Jesus handeln?» Renold Blank erinnerte in seinem Statement über Papst Franziskus daran. Weiter meinte er, für den Papst aus Lateinamerika gelte Barmherzigkeit statt Legalismus.
In die gleiche Richtung votierte am Montag im Luzerner Romerohaus der Jesuit Franz-Xaver Hiestand. Die lateinamerikanische Kirche sei «bei den Menschen».
Ein Beispiel: Der Papst würde alle zwei Wochen mit einer Bekannten von Buenos Aires telefonieren, die einen Bischof geheiratet hat.
Er habe auch den Vater der Befreiungstheologie, Gustavo Gutierrez, empfangen. Dieser habe als erster Befreiungstheologe im Osservatore Romano schreiben dürfen.
Blank hatte erklärt, Papst Franziskus sei zwar pastoral offen, aber dogmatisch streng. (S. Blog von gestern!). Darum sei nicht zu erwarten, dass er im Sinne der europäischen (deutschen, Schweizer …) Kirche sich der «heissen Eisen» annähme. So müsse hier die Basis weiterhin aktiv bleiben, durch:
-Bewusstseinsbildung
-Vernetzung
-Druck ausüben (wie es auch Kardinal Arns vorschlägt).
Es braucht dabei den langen Atem. Dazu Franz-Xaver Hierstand: «Die winterlichen Symptome sind noch so stark, dass es eine längere Wärmezeit braucht, bis etwas geschieht.»

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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