Pazifismus gilt als naiv. Doch «ist es nicht mindestens so naiv, von einem Miltärschlag eine Lösung zu erwarten»?, fragt Renke Brahms, der Friedensbeauftragte der evangelischen Kirche Deutschlands/EDK im Publik-Forum inbezug auf Syrien.
Tatsächlich: Weder im Irak noch in Afghanistan konnte das Militär mit Waffen Frieden schaffen. Im Gegenteil: Die Sache eskalierte, gemäss meinem Aphorismus: «Öl ins Feuer zu giessen ist gar nicht so dumm, meinte der Brandstifter.»
Brahms forderte, wie die (dt.) Regierung Milliarden für die Bundeswehr ausgebe, müsse sie Milliarden einsetzen «für gut ausgebildete Juristen, Verwaltungsfachkräfte, Polizisten und Friedenskräfte, die zur Prävention und zum Aufbau guter Staatlichkeit eingesetzt werden können».
Weiter meint er: «Die Konflikte in Lybien, Mali und Syrien zeigen, dass präventive Möglichkeiten, um eine Eskalation der Konflikte zu verhindern, verpasst worden.»
Zu Syrien: Es wäre leicht, die dortigen Kirchen wegen ihrer Nähe zum Regime zu verurteilen. Es ist verständlich, dass sie glücklich waren über ihre Freiheit, die in der Region aussergewöhnlich war. Doch die Frage bleibt: Wie sehr erkauften sie ihre Freiheit mit dem Schweigen gegenüber den offenkundigen Menschenrechtsverletzungen durch das ihnen wohl gesonnene Regime?
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
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