Kirche kämpft für Asylsuchende

Nicht nur in Predigten, auch durch andere Medien hat die Kirche das Recht und die Pflicht, sich zu melden, wenn Menschenrechte verletzt werden.
Hier zwei aktuelle Beispiele aus dem Asylbereich. Bei beiden wollen gewisse Kreise die Eröffnung von Unterkünften für Asylsuchende verhindern.
Im Luzerner Vorort Kriens wird demnächst über eine solche Verhinderungs-Initiative der SVP abgestimmt. Gemeindeleiter Ruedy Sigrist protestiert: «In einer Welt, die leider auch von Armut, Gewalt und Kriegen geprägt ist, sind Flucht und Wanderbewegungen unvermeidlich.» Es sei Aufgabe der ganzen Gesellschaft, mit dieser Situation «vernünftig und menschlich» umzugehen. «Es ist notwendig, Asylsuchende unterzubringen. Es bringt nichts, dies zu verdrängen oder zu verleugnen.» Ruedy Sigrist führt auch ganz konkrete Gründe an, die aus Sicht der Kirchen für die Schaffung des Asylzentrums sprechen: «Ansonsten werden die Asylsuchenden wie bis anhin in der Gemeinde dezentral in Wohnungen verteilt. Das ist viel weniger zielführend, auch was Kontrolle und Sicherheit anbelangt, um die sich ja die SVP so sorgt.»
 
Das gleiche Problem in der Zuger Gemeinde Menzingen, dem Hauptsitz der franziskanischen Menzinger Schwestern. Aus einem Pressebericht:
«Eine zentrale Rolle spielt für das Dorf historisch auch das Kloster. Und wie stehen die Schwestern zum Bundesentscheid (ein Asylzentrum zu errichten)? Die Provinzleitung schreibt auf Anfrage in einem Mail: ‹Wenn Menschen in Not sind, fühlen wir uns verpflichtet, ihnen zu helfen. Wir wollen diese Menschen gastfreundlich empfangen, dadurch haben wir weniger Probleme – sie und wir.› Und weiter: ‹Wenn wir die Möglichkeit haben, Asylanten auf dem Gubel unterzubringen, warum sollten wir es dann nicht tun?›»
 
 

Walter Ludin

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