Die Herren der Kirche melden sich lautstark

Für Ärger und Unmut ist wieder einmal gesorgt: Die Schweizer Bischofskonferenz erliess – offenbar deutlichen Winken Roms folgend – Richtlinien, welche den Kantonalkirchen verbieten wollen, sich «Kirche» zu nennen. Dies nur ein Beispiel! Insgesamt geht es ums Prinzip: «Alle macht der Hierarchie». Leonardo Boff würde wohl von einer Enteignung des Kirchenvolkes sprechen.
Ausser Chur freut sich kaum jemand über die Richtlinien. Höchst verärgert ist die Römisch-katholische Zentralkonferenz/RKZ, der Dachverband der (soll ich Anführungs/Schlusszeichen verwenden??) Kantonalkirchen. Denn sie erhielt keinerlei Gelegenheit, «vor Verabschiedung und Veröffentlichung zum Inhalt Stellung zu nehmen» obwohl ihr dies nach Angaben der RKZ von Seiten der Bischofskonferenz  zugesagt wurde.
Dazu nur so wenig:
·       Meines Wissens stehen Bezeichnungen wie Landeskirche und der ebenso nun verbotene Begriff Synode in den entsprechenden staatlich anerkannten Gesetzen. Allein im Bistum Basel müsste es zehn Volksabstimmungen geben, um dies zu ändern. Hätten wir nicht Gescheiteres zu tun?
·       Durch diese Richtlinien werden Bewegungen wie «Wir sind Kirche» oder die Pfarrei-Initiative noch wichtiger. Die Herren der Kirche (ja, so muss man wieder sagen) haben den Kirchenreformern unfreiwillig Propaganda geliefert.
·       Immerhin was Erfreuliches: Die Bistümer Basel und St. Gallen sehen keinen unmittelbaren Handlungsbedarf.

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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