Vatikan: kollegialer Leitungsstil

Ein neuer, «kollegialer Leitungsstil»: Dies ist das Wichtigste, das wir von Papst Franziskus erwarten dürfen. Er wird kaum direkt Lösungen bringen betr. den «heissen Eisen». Aber wenn die Ortskirchen besser in die Entscheidungen eingebunden werden, können auf diese Weise Reformschritte in die Wege geleitet werden.
Aus einer Aussendung von Wir sind Kirche Deutschland:
 

«Angesichts der schwerwiegenden und vielfachen Krisen und Fehlentscheidungen der Kirchenleitung (Vatileaks, Vatikanbank, Pius-Bruderschaft, mangelnde Kooperation, Verdacht einer Homo-Kooperation usw.) ist die Einberufung dieses internationalen Beratergremiums ein wichtiger Schritt eines neuen kollegialen Leitungsstils, dem aber noch weitere folgen müssen. Die römische Kurie hat sich über die Jahrhunderte zu einem absolutistischen Machtblock verfestigt. Wichtig ist, dass die jetzt bevorstehende Reform nicht nur die Effektivität der Kurie erhöht, sondern ein Geist der Transparenz, einer kollegialen Pluralität und demokratischen Grundlegung wirksam wird. Frauen, die mehr als die Hälfte der Kirchenmitglieder ausmachen, sind gar nicht vertreten oder beteiligt. Es sind neue Kommunikations- und Leitungsstrukturen zu entwickeln, die wieder dem Anspruch der Botschaft des Evangeliums wie auch den Erfordernissen einer weltweit verzweigten Glaubensgemeinschaft in den verschiedensten Kulturräumen gerecht werden. Es wird auch zu fragen sein, warum eine von Papst Franziskus erwähnte «Schwulen-Lobby» im Vatikan sich etablieren konnte und welche Massnahmen gegen jeden zukünftigen Lobbyismus erforderlich sind. Erst seit Johannes XXIII. sind leitende Kurialbeamte mindestens Erzbischöfe. Diese Regelung ist rückgängig zu machen, denn damit wird das Bischofsamt ausgehöhlt. Bei allen wichtigen Entscheidungen sind Repräsentanten der Weltkirche bzw. von Teilkirchen auf dem Wege der Befragung, der Beratung und der Beschlussfassung zu beteiligen. Für 2015 hat Franziskus bereits eine nächste Bischofssynode einberufen, deren Thema aber noch nicht feststeht.»

Eine aufgewertete Bischofs-Synode wäre schon ein sehr wichtiger Schritt. Wie hier schon mehrmals erwähnt, war ihre bisherige Verfahrungsordnung von «Beschäftigungs-Therapie» geprägt (rund 200 Monologe statt effiziente Dialoge!)

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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