Wir hatten hier im Kloster bei der grössten Hitze für drei Stunden kein Wasser. Höchst unangenehm: Wie spüle ich das WC, nachdem ich dringend «musste»? Wie wasche ich mich die Hände?
Dies sind nur Kinkerlitzchen im Vergleich, was andere erdulden. Zum Beispiel Palästinenser im Westjordanland. Dazu aus www.avvaz.org:
Es war die heisseste Woche des Jahres. Fadel Jaber wollte einfach nur ein wenig Wasser für seine Familie haben. Doch Fadel lebt im besetzten Westjordanland. Dort hat die israelische Regierung die Wasserleitungen umgelegt, um Schwimmbecken für Siedler aufzufüllen, während die Wasserhähne für Palästinenser wie Fadel trockenlaufen. Weil er Wasser holte, wurde Fadel von den israelischen Sicherheitskräften weggeschleppt. Sein 5-jähriger Sohn Khaled war untröstlich und schrie «baba, baba» während sein Vater weggerissen wurde. Für Palästinenser, die unter dem brutalen Kriegsrecht leben, ist dies der Alltag. Die Siedler haben ihnen ihr Land und ihr Wasser genommen und sie haben keine grundlegenden Menschenrechte. Doch nach jahrelanger Gewalt und Hoffnungslosigkeit, entsteht nun eine Bewegung unter den Palästinensern. Mit gewaltfreiem Widerstand wollen sie die Dinge erreichen, die alle Israelis bereits haben: Freiheit, Würde und einen eigenen Staat. Jahrelang haben die Medien das Augenmerk auf palästinensische Kämpfer gelegt und bis heute rücken Extremisten auf beiden Seiten eine Friedenslösung in weite Ferne. Doch bei all dem Zorn bleiben liebevolle Familien wie die von Fadel auf der Strecke, die einfach nur ein normales Leben führen wollen. Nun melden sich diese Familien zu Wort, organisieren friedliche Demonstrationen und Sitzstreiks und kämpfen gemeinsam mit israelischen Aktivisten für Gerechtigkeit und Freiheit. Daraufhin hat das israelische Militär sie verhaftet, die Organisatoren verprügelt und Kinder aus ihren Betten gezerrt.
Frage: Braucht es solche Schikanen, um Israel «sicherer» zu machen? Oder ist dies nur pures Mobbing, um die Leute weg zu haben?
Noch was: Wenn Pilgergruppen durch die Gegend fahren, erzählen ihnen israelische Guides, das Wasser werde sehr gerecht 50:50 zwischen Palästinenser und Israelis aufgeteilt. Und verschweigen, dass dort vielleicht 100 mal so viele Palästinenser wohnen. Halbwahrheiten sind oft die schlimmsten Lügen!
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/wasser-nur-fuer-israelische-siedler/