«Es gibt zu viele Flüchtlinge»

Es gibt zu wenig Menschen, sagen die Flüchtlinge.
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Diesem provokativen Ausspruch meines österreichischen Aphoristiker-Freundes Ernst Festl füge ich das Zitat eines andern Österreichers an (der übrigens keineswegs im Geruch von Progressismus steht: des Wiener Kardinals Christoph Graf von Schönborn)
«Es geht darum hinzuschauen, wie es Menschen geht, die ihre Heimat ja nicht aus Jux und Tollerei verlassen haben, sondern weil sie um Leib und Leben Angst haben mussten», so Schönborn. «Oder – was ja auch keine Schande ist – weil sie halbwegs anständige Lebensbedingungen suchen.» Man rede dann leicht von Wirtschaftsflüchtlingen, so der Kardinal – «aber das ist das, was unsere Vorfahren gemacht haben, wenn sie nach Amerika ausgewandert sind. Weil sie bessere Lebensbedingungen gesucht haben in Zeiten, in denen es in unserem Land vielen Menschen sehr, sehr schlecht gegangen ist.»
Übrigens: Selbst Herr Blocher hat gar nicht entfernte Vorfahren, die Migranten waren: in die Schweiz eingewandert.

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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