Die Schweizer feministische Theologin und Alttestamentlerin Prof. Dr. Helen Schüngel-Straumann zitiert in ihrer Biografie aus einem ihrer Briefe aus der Studienzeit in Paris. In einem Brief vom 12. Dezember 1962 schildert sie das Konzil als öffentliches und breit diskutiertes Ereignis: «Auch hier scheint man mit dem Konzil zufrieden zu sein. Am Montag kam Daniélou strahlend angetrabt, fing gleich mit seiner Vorlesung über Origenes an und machte vorher natürlich noch einige Bemerkungen über das Konzil. Er sagte, es seien alle gleich überrascht, und es sei mehr geschehen, als man erwartet hätte. Die falsche ‹optique› und ‹perspective› in den vorbereiteten Schemata hätten die meisten Bischöfe sofort betroffen gemacht. Freitagabend hält nun Daniélou in Notre Dame eine Pressekonferenz für Studenten ab, man kann ihm Fragen stellen, die von ihm und zwei Dominikanern beantwortet werden, darauf gibt es noch ein Hochamt mit dem archevêque de Paris. Ebenso hält Daniélou am Montag einen Vortrag über die 1. Session des Konzils».(ab; zitiert nach: Helen Schüngel-Straumann: Meine Wege und Umwege. Eine feministische Theologin unterwegs, Paderborn 2011, 72)
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