Abt Martin Werlen eckt mit Aussage zur Gleichheit aller Menschen an. Er bezeichnete Asylsuchende als Menschen «wie du und ich». Dies führte zu Austritten aus der Vereinigung Freunde des Klosters Einsiedeln. Dazu der Tages-Anzeiger:
«Dürfen sich Kirchenvertreter zur Asylfrage äussern, zumal in einer politisch heissen Phase? Rund sieben Wochen vor der Abstimmung zur Asylgesetzrevision herrscht in der Vereinigung der Freunde des Klosters Einsiedeln Dissens in dieser Frage. Zu spüren bekommen hat dies Martin Werlen. Der Abt des Klosters Einsiedeln hält Asylsuchende für Menschen «wie du und ich». Diese Feststellung, in der Vergangenheit wiederholt geäussert, hat ihm mehrere Schreiben erzürnter Mitglieder beschert. Vier davon hat er derart in Rage gebracht, dass sie aus dem Verein ausgetreten sind. Werlen respektiert ihren Entscheid, stellt aber klar: «Ich lasse mich nicht unter Druck setzen.» Die Austritte seien zu verkraften. «Nicht verkraften können wir hingegen das Schweigen in Fragen, welche die Menschenwürde betreffen.»————————
Weiter wird im Tages-Anzeiger darauf hingewiesen, dass der hier schon gestern erwähnte CVP-Nationalrat Gerhard Pfister (ZG) den Abt wieder einmal kritisierte»: Dass Werlen nun in Erinnerung ruft, alle Menschen seien gleichwertig, hält Pfister für eine «Selbstverständlichkeit». Und spinnt den Gedanken weiter: Damit sei auch gesagt, dass die Asylsuchenden nicht nur gleiche Rechte, sondern auch gleiche Pflichten wie alle anderen hätten. «Es geht daher nicht an, zu delinquieren oder sich Asylverfahren zu entziehen, indem man abtaucht», sagt der CVP-Politiker, der die Asylgesetzrevision unterstützt.
Keine Probleme mit Werlens Äusserung hat die Schweizerische Bischofskonferenz. «Er soll und darf sich zu solchen Fragen äussern», sagt deren Sprecher Walter Müller. Werlen sei als Verantwortlicher für die Kommission Justitia et Pax in der Bischofskonferenz zuständig für soziale Fragen.
Caritas Schweiz hat sich gegen die Revision ausgesprochen. Das kirchliche Hilfswerk sieht wie die politische Linke die humanitäre Tradition der Schweiz in Gefahr, weil Asylgesuche nicht mehr auf einer Botschaft im Ausland eingereicht werden können und Deserteure und Wehrdienstverweigerer nicht mehr automatisch als Flüchtlinge anerkannt werden. Dass Werlen gleich denkt, lässt sich bloss vermuten. Wie er am 9. Juni abstimmen wird, hat er gegenüber dem TA nicht offengelegt.
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Lieber Martin, ich weiss, dass du meinen Blog liest. Darum gratuliere ich dir an dieser Stelle dafür, dass du dich nicht einschüchtern lässt.
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
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