Warum erst jetzt?
Sehr seltsam: Jetzt monieren etliche «Kirchenfürsten», was zurzeit, als Benedikt XVI. noch im Vatikan sass, nur «unverbesserliche» Kirchenreformer zu sagen wagten. Der Münchner Marx ist nicht der einzige. Warum waren solche Töne nicht schon vor zwei Monaten zu hören?
Eine Meldung aus Deutschland:
«Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat ein «Hofstaat-Gehabe» in der römischen Kirchenzentrale kritisiert. Der Vatikan verhalte sich zu sehr wie ein Hofstaat, sagte Erzbischof Marx der Nachrichtenagentur dpa.
«Der Nachfolger Petri kann kein Monarch sein. Das widerspräche aus meiner Sicht dem Petrusamt», so Marx. Bei der medialen Inszenierung kirchlicher Ereignisse wie der Papstwahl bestehe die Gefahr, dass Äusserlichkeiten eine zu grosse Rolle spielten, warnte der 59-Jährige.
»Elemente wie Schweizer Garde und Briefmarken sind ganz nett, aber das Zentrum ist, dass von Christus gesprochen wird. Es darf nicht die Nebensache zur Hauptsache werden. Darauf muss man achten.»
Vom neuen Papst Franziskus erwartet Marx eine Kurienreform: «Es war ein Grundgefühl bei den Kardinälen, dass sich etwas ändern muss, dass man Zuständigkeiten neu überlegen muss, dass man die Skandale der Vergangenheit aufarbeiten muss. Darum wird sich der Papst sicher kümmern, damit auch Verantwortung wahrgenommen wird für das, was nicht richtig gelaufen ist.»
Zu prüfen sei auch, ob künftig mehr vor Ort statt in Rom entschieden werden könne, sagte Marx. «Ich möchte sehr unterstreichen, dass wir die Zentrale in Rom brauchen. Aber sie darf sich nicht überheben.»
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/nicht-nur-kardinal-marx-kritisiert/