In Fortführung der Debatte über das Schema der Ostkirchenkommission De Ecclesiae unitate spricht am 28. November 1962 der melkitische Patriarchalvikar in Damaskus, Erzbischof Joseph Tawil. Er lädt dazu ein, die orientalisch-katholischen Kirchen nicht in sich zu betrachten, sondern als das, was sie repräsentieren, nämlich die orthodoxen Kirchen, die noch nicht mit der römisch-katholischen Kirche vereint sind. Die orientalisch-orthodoxen Kirchen seien wie ein Spiegel, in dem die Orthodoxen spüren und sehen können, welcher Status ihnen zukommen würde, wenn die Einheit sich realisieren würde. Erzbischof Tawil möchte den Konzilsvätern nahebringen, dass die faktische Situation der unierten Kirchen keineswegs ein geeignetes Modell für die erhoffte Einheit mit den Orthodoxen ist. Darum fügt er noch ein Beispiel an: Wenn die Orthodoxen wahrnehmen würden, dass die katholischen Patriarchen im neuen Codex hinter den Kardinälen, den Apostolischen Delegaten und sogar hinter dem lateinischen Bischof ihrer Diözese rangieren würden, könne die Antwort nur mit schmerzerfüllter Stimme lauten: «Misercordia, Kyrie eleison!» (AS 1/3,661).(emf)
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