Über die modernen Kommunikationsmittel

Am 23., 24. und 26. November 1962 wird in der Konzilsaula die Textvorlage über die modernen sozialen Kommunikationsmittel behandelt. Ohne die Bedeutung des Themas zu schmälern, vermerkt Bischof Renatus Stourm in seiner Einführung, die Diskussion über die Vorlage werden den Konzilsvätern nun zur Erholung (relaxatio) gewährt (AS 1/3,418). Das Schema findet insgesamt eine gute Aufnahme, wenngleich es für zu lang gehalten wird. Mehrfach moniert wird, dass der Text zu viel von den Rechten der Kirche spreche, während es über die Pflichten der Kirche schweige (so der spanische Bischof Santos Moro Briz: AS 1/3,508). Bischof Eugène d›Souza von Nagpur macht zudem die Rechte anderer Institutionen geltend. «Es genügt nicht, dass die Kirche sie nicht leugnet; es ist notwendig, sie positiv anzuerkennen, weil es wirkliche Rechte sind» (AS 1/3,441). Der indische Bischof Francis Simons erinnert an den Vorwurf, die Kirche reklamiere überall Rechte für sich, verwehre aber anderen diese Rechte, wenn sie selbst das Sagen habe. Deswegen hält er es für angezeigt, im Schema eine Aussage über die Freiheit der Meinungsäusserung, die jedem Menschen kraft seiner persönlichen Freiheit und aufgrund seiner Verpflichtung, sogar dem irrigen Gewissen zu folgen, zukommt (AS 1/3,523).(emf)

Konzilsblogteam

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.blogs-kath.ch/ueber-die-modernen-kommunikationsmittel/