aus dem Bistum ChurSoeben kommt die KIPA-MeldungDie Sprechergruppe der Pfarrei-Initiative Schweiz will die Seelsorger im Bistum Chur, welche die Initiative unterzeichnet haben, zu einem Gespräch einladen. Dabei soll diskutiert werden, wie die Betroffenen auf einen Brief von Bischof Vitus Huonder reagieren sollen.
«Ich persönlich finde den Brief des Bischofs einfach nur abwertend», sagte Monika Schmid, Pfarreibeauftragte in Effretikon ZH, weiter. Es finde sich im Brief «nicht ein einziger Satz, in welchem der Bischof ein Wohlwollen für die Arbeit in den Pfarreien unter oft schwierigen Bedingungen zum Ausdruck bringe. Es fehle jeglicher Hinweis darauf, dass sich der Bischof mit der Situation der Seelsorgenden überhaupt auseinander setzen wolle. Er setze Glaube an die Stelle der Disziplin und verzerre so, worum es wirklich geht. Auch habe er die Anliegen der Pfarrei-Initiative noch immer nicht verstanden. Er spreche «von einem Programm, von dem nicht abgewichen werden soll. Die Pfarreiinitiative ist aber kein Programm», so Schmid. Mit Erstaunen nahm die Sprechergruppe zur Kenntnis, dass Bischof Huonder im Brief ein Bibelzitat im Neuen Testament falsch zitiert und aus seinem Zusammenhang reisst. Das Zitat «Alles ist mir erlaubt – aber nicht alles nützt mir» finde sich nicht unter «1 Kor 1,12», sondern tauche im Brief an die Korinther an einer anderen Stelle auf. Mit Erstaunen stellt die Sprechergruppe fest, dass Bischof Huonder bereit ist, auf die Mitarbeit von rund 60 Seelsorgenden im Bistum zu verzichten. «Wenn wir alle, welche die Missio haben, und auch Mitarbeitende in den Pfarreien, welche sich mit uns schriftlich solidarisch erklärt haben, unsere Arbeit niederlegen würden, dann wäre dies für die Pfarreien eine Katastrophe.» —————Eine hilfreiche Einladung. Sich nicht auseinander dividieren lassen!
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant