Kein Contrabzock 72 von Novartis

Nicht mal SpesenGestern wurde sie gewählt: eine «unserer» Chefärztinnen als Mitglied des Novartis-Verwaltungsrates. Sie erhält nun jährlich die schöne Summe von 350 000 Franken; zusätzlich zu ihrem Lohn im Spital im Umfang von etwa einer halben Million. Der Aufwand ihres Nebenamtes: 9 Sitzungen a 8,5 Stunden (plus die eine oder andere Ausschusssitzung). Auch wenn noch einiges an Aktenstudium dazu kommt, doch ein nettes Sümmchen. Sie werde etwas davon an ihren Arbeitgeber abgeben (müssen) hiess es gestern in Luzern.Gönnen wir der Dame –sie ist zweifellos kompetent und integer – ihre Einkünfte. Doch: Man/frau könnten nun die genannten Summen mit dem Lohn fürs Pflegepersonal vergleichen. Es gab ein grosses Tamtam, als die Löhne vor einigen Monaten um einige Fränkli erhöht wurden.-Und die Vergütung fürs Nebenamt: Wie manches Vorstandsmitglied von NGOs oder Vereinen (auch kirchlichen!) wäre dankbar, wenn wenigstens die Fahrten vergütet würden: zum halben Preis eines 2.Klass-Billets. Allerdings: Wo dies der Fall ist, haben manche Leute Hemmungen, am Ende Jahr die Spesenrechnung einzureichen. Sie brauchen wenigstens das neue Novartis-Medi «Contrabzock 72» nicht!

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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