Geht doch

Bischöfe ohne PompIm Publik-Forum wird vom em. Bischof Pedro Casaldaliga, Brasilien erzählt: Er akzeptierte als Mitra nur den breitkrempigen Strohhut der Kleinbauern und als Bischofsring und Hirtenstab nur Symbole der Indio-Völker seiner Diözese: den schwarzen Ring aus der Tucum-Palme und ein Ruder der Tapirapé-Indianer.» Heute erzählt er lachend: «Ich wollte nie einen Bischofsstab. Jetzt muss ich mich zur Busse auf den Gehstock eines alten Mannes stützen.»
Ich erinnere mich: 1995, beim Mittagessen im Hause von Bischof Samuel Ruiz, Chiapas, Mexiko, sass ich zufällig Dom Pedro gegenüber. Er stellte sich mir nicht mit seinem weltberühmten Namen vor, sondern mit «Bischof von Matto Grosso».
Noch was: An einer Bischofssynode verzichtete mein Mitbruder … Schäfer (den Vornamen habe ich vergessen) aus Nicaragua auf seine bischöflichen Kleider. Bei der abschliessenden Konzelebration trat er inmitten der Kollegen, die in «vollem Kriegsschmuck» waren, mit einer billigen braunen Windjacke auf.

Walter Ludin

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