… kein liturgisches FestIst es Ihnen auch schon aufgefallen? Die Fasnacht ist zwar eine urkatholische Erscheinung. Aber in der Liturgie hat sie keine Spuren hinterlassen. Dennoch stellt sich die Frage: Darf/soll die Fasnacht auch in der Kirche erwähnt oder sogar gefeiert werden? Seit einigen Jahren wird diese Frage mit Ja beantwortet. Vor allem im Kanton Luzern gibt es da und dort sogar Messen mit Guggemusigen. Keine Angst, ich werde hier keine solche aufmarschieren lassen: die Kirche wäre dafür doch etwas klein.Zum Beispiel die Luzerner Hofkirche ist dafür gross genug. Thomas Lang, einer der Verantwortlichen für die fasnächtlichen Gottesdienste hat vor einigen Tagen erklärt, warum dort die Fasnacht auch kirchlich gefeiert wird. Ich möchte Ihnen seine Antwort nicht vorenthalten:»Wenn der Glaube etwas mit der Welt und dem Leben der Menschen zu tun haben soll, dann darf die Kirche die Welt nicht aussperren. Es gibt nun mal traurige und fröhliche Zeiten. Die Kirche teilt sie alle.»Thomas beruft sich dann auf das Konzil und seine Pastoral-Konstitution, die mit den Worten beginnt: «Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute … sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi. Es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände.»Soweit das Konzil. Ich möchte nur noch auf ein Detail aufmerksam machen, dass sehr wichtig ist: Die ursprüngliche Fassung des Konzilstextes begann mit den Worten «Trauer und Angst». Doch die Konzilsväter – Mütter gab es leider nicht – wollten Freude und Hoffnung an den Anfang stellen. Denn sie erinnerten sich, dass das Evangelium eine FROH-Botschaft ist.Doch, so behaupten oft griesgrämige Menschen, der Glaube sei eine ernste Sache. Und im Evangelium stehe nirgends, dass Jesus gelacht habe. Fachleute weisen darauf hin, dass Jesus an Hochzeiten war. Diese seien höchst fröhliche Ereignisse gewesen. Man habe viel getrunken – und eben auch viel gelacht. Und man kann sich nicht vorstellen, dass Jesus traurig daneben gesessen ist. Seine Gegner haben ihm ja vorgeworfen, er sei ein «Fresser und Weinsäufer». Übrigens: Ein lieber Bekannter von mir, der Walliser Bibelwissenschafter Hermann-Josef Venetz, meint schmunzelnd, dies sei der schönste Hoheitststitel Jesu; die Bezeichnung Fresser und Weinsäufer ….Elisabethenheim, SA 16.30; Stans St. Klara, SO 9.30 und Pflegeheim 10.40Ich möchte mal auf die Suchfunktion dieses Blogs hinweisen: Archiv, Suchen …»Fasnacht» -und schon gibt’s manche fasnächtliche Texte von mir.
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant