Ausländische ...

«Pfarrherren»Vor etlichen Jahren erzählte mir ein Luzerner Pfarrer, er habe einen befreundeten kroatischen Theologiestudenten zum Elternabend mit den Erstkommunikanten mitgenommen. Der brave Junge war entsetzt: «Warum fragst du die Laien noch ihren Wünschen? Du bist doch der Chef und du bestimmst…» Der Pfarrer, durchaus konservativ, war seinerseits über diesen Klerikalismus entsetzt. Daran erinnert mich die folgende Meldung aus Österreich:
«Doch leider gebe es auch Fälle, in denen aus fremden Kulturkreisen «importierte» Geistliche den «Pfarrherren» herauskehren und ihre Pfarre unter Missachtung des Mitspracherechts der Laien nach eigenem Gutdünken allein «dirigieren» wollen. Diese fühlen sich möglicherweise in ihrer Haltung von «dem einen oder anderen heimischen Kirchenoberen bestärkt, der selbst mit der Vorstellung einer kirchlichen Zwei-Klassen-Gesellschaft sympathisiert, in der ausschließlich Kleriker das Sagen haben.»Die aus anderen Ländern gekommenen Geistlichen mögen oft durch eine stark klerikale kirchliche Kultur in ihrer Heimat geprägt sein und den am Zweiten Vatikanischen Konzil orientierten Usancen des kirchlichen Lebens in Österreich mit wenig Verständnis begegnen. Besonders bedenklich werde es dann, wenn solche Geistliche meinten, die österreichische Kirche sei zu «liberal» und müsse durch ihren «Missionseifer» auf den «rechten Weg gebracht werden».
Betr. «Missionseifer»: Vor vielen Jahren kam eine Gruppe polnischer Kapuziner in österreichische Klöster. Sie waren überzeugt, dass der dortige Orden wieder mehr Nachwuchs bekäme, wenn die Jugendlichen sehen, wie vorbildlich die Polen leben. Kein einziger kam, hingegen traten junge Polen aus …

Walter Ludin

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