Geliebter «Schwarzer Peter»

Manuel Menrath (Hg.): Afrika im Blick. Afrikabilder im deutschsprachigen Europa 1870-1970. Chronos 2012. ISBN: 978-3-0340-1137-2. 329. S., ca. Fr 48.-Der erste Afrikaner, den ich ungefähr 1950 im Circus gesehen habe, wurde als der «schwarze Teufel auf Rollschuhen» vorgestellt. So etwas war damals üblich: Die afrikanischen Menschen hatten das Image von «Primitiven», die auf der untersten Stufen der Menschheit standen.Der vom Luzerner Historiker herausgegebene Sammelband «Afrika im Blick» zeigt, wie wenig die Afrikabilder den Dargestellten gerecht wurden. Er behandelt das Thema auf breiter Basis: so etwa von Kinderbücher und Fotoalben bis zu Filmen und «Völkerschauen». Anhand der Publikationen der Schweizer Kapuziner (z. B. Missionszeitschriften) wird deutlich, wie die Missionare zwar sehr viel für das Wohlergehen der Afrikaner getan haben, sie aber vielfach wie zu erziehende «Kinder» betrachteten.
PS. Schwarzer Peter Mein Afrikabild wurde stark geprägt vom «Missionsboten der Kapuziner»- ohne dass ich geträumt habe, einstens die Redaktion des Nachfolgeorgans ite zu übernehmen.Noch was: Etwa in der 2. Klasse bekam ich das Kartenspiel vom Schwarzen Peter auf Weihnachten geschenkt. Ich war darauf erpicht, den Schwarzen Peter zu bekommen. Erst später erfuhr ich, dass dies eine «Schande» war ….

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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