BeschämendUnsere Populisten werden wohl die folgende KIPA-Meldung von gestern nicht zur Kenntnis nehmen: Die ärmsten Länder der Welt tragen nach Uno-Angaben die Hauptlast der weltweiten Flüchtlingsbewegungen. Rund 80 Prozent der weltweit mehr als 40 Millionen Schutzsuchenden baten im vergangenen Jahr in einem Nachbarland um Asyl, sagte die Sprecherin des Flüchtlingshilfswerks UNHCR für die EU, Melita Sunjic, am Freitag gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Brüssel.Mit annährend 315.000 Menschen habe die Europäische Union 2012 «lediglich einen Bruchteil» der weltweiten Flüchtlinge aufgenommen, kritisierte sie aus Anlass des Welttages der Migranten und Flüchtlinge, der am 13. Januar begangen wird. Allein im Südsudan, der als Staat erst 18 Monate existiere, hätten im vergangenen Jahr etwa 200.000 Menschen Schutz gesucht. In Niger und Mauretanien hätten jeweils mehr als 50.000 Flüchtlinge gelebt. Bitterarme Staaten, «die selbst mit unvorstellbaren wirtschaftlichen Problemen und eigenen politischen Krisen zu kämpfen haben, halten trotzdem ihre Grenzen offen», betonte Sunjic. Das müsse «so manches Industrieland beschämen».—————————————————————Übrigens: Als es im 2. Weltkrieg in der Schweiz hiess, das Boot sei voll, bekamen von einem Kilo Brot die hier lebenden Flüchtlinge lediglich 10 Gramm. Wer möchte behaupten, wir wären verhungert, wenn es 20 Gramm gewesen wären –dafür wären Zehntausende von Juden vor dem KZ hätten gerettet worden …
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant