… eines angegrauten Kirchenreformers«Kirche in», die österreichische kirchenkritische Zeitschrift, widmet Helmut Schüller die Titelstory mit der etwas klerikal anmutenden Überschrift: «Gottesmann des Jahres 2012». Daraus der folgende sehr bemerkenswerte Abschnitt:»Wie schrieb vor genau 40 Jahren ein inzwischen ebenfalls angegrauter Anführer der Kirchenreform:‹Selbstgemachter und so schuldhafter Skandal ist es, wenn unter dem Vorwand, die Unabänderlichkeit des Glaubens zu schützen, nur die eigene Gestrigkeit verteidigt wird… Selbstgemachter und deshalb schuldhafter Skandal ist es, wenn unter dem Vorwand, die Ganzheit der Wahrheit zu sichern, Schulmeinungen verewigt werden, die sich einer Zeit als selbstverständlich aufgedrängt haben, aber längst der Revision und der Rückfrage auf die eigentliche Forderung des Ursprünglichen bedürfen. Wer die Geschichte der Kirche durchgeht, wird viele solcher sekundärer Skandale finden – nicht jedes tapfer festgehaltene non possumus/wir können nicht war ein Leiden für die unabänderlichen Grenzen der Wahrheit, so manches davon war nur Verranntheit in den Eigenwillen, der sich gerade dem Anruf Gottes widersetzte, der aus den Händen schlug, was man ohne seinen Willen in die Hand genommen hatte.›
Goldene Worte, denen man vorbehaltlos zustimmen kann. Goldene Worte des grossen Theologen und konziliaren Hoffnungsträgers Dr. Joseph Ratzinger, heute Papst Benedikt XVI. Nachzulesen in seinem Werk «Das neue Volk Gottes. Entwürfe zu einer Ekklesiologie. Patmos 1972. S. 147»
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant