Nach der «Eintretensdebatte» zum Schema über die Liturgie findet ab dem 23. Oktober 1962 die Diskussion der einzelnen Kapitel statt.Es melden sich dabei zahlreiche Stimmen aus nichteuropäischen Ländern zu Wort. Mit einem denkbar kurzen Votum von drei Sätzen plädiert der japanische Kardinal Peter Tatsuo Doi für eine bessere Anpassung der Liturgie an das Denken und Empfinden der Völker des Fernen Ostens (AS 1/1,323). Valerian Kardinal Gracias von Bombay (heute Mumbai) erinnert daran, dass die Missionsländer schon seit langem eine Anpassung der Liturgie forderten – bislang wie einsame Stimmen in der Wüste (AS 1/1,401). Sein Landsmann Erzbischof Eugene Louis D’Souza, Nagpur, weist – wie mehrere andere Bischöfe – am 27. Oktober 1962 auf einen Widerspruch im Text hin: Die Vollmachten, die den Bischofskonferenzen in einem Artikel zugestanden würden, würden ihnen im nächsten Artikel schon wieder entzogen. Die Zentralisierung liturgischer Fragen bei der Ritenkongregation sei indes misslich. Lösungen auf anstehende Fragen sollten besser die Bischöfe vor Ort mit ihren Beratern suchen (AS 1/1,497f). Weihbischof Marcos Gregorio McGrath von Panama möchte die Gründe für den Gebrauch der Muttersprache in der Liturgie klarer erklärt sehen, damit dies nicht nur als zu tolerierende Ausnahme erscheine (AS 1/1,516). Zudem erhebt McGrath in aller Deutlichkeit Einspruch gegen die Bezeichnung derer, die sich für den Gebrauch der Landessprachen einsetzen, als «novatores» («Neuerer»; diesen Begriff hatte Pietro Parente, Assessor des Hl. Offiziums, verwendet: AS 1/1,425). Diese Benennung, mit der in der Sprache der Konzilien Häretiker bezeichnet würden, sei eine Beleidigung. Denn: «Im Gegenteil, es ist die Erneuerung, die wir suchen, wie uns der Summus Pontifex selbst aufgetragen hat» (AS 1/1,517).(emf)
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