«Gehorchen aus Freiheit»Wer vor den 68-Jahren/vor dem Konzil gesellschaftlich/kirchlich sozialisiert wurde, hat es im Blut: «Ungehorsam ist etwas ganz Schlimmes.» (vgl. Luzifer….) Es scheint, dass der Vatikan und bestimmte Bischofskonferenzen immer noch in dieser Mentalität verharren (vgl. die Gehorsamserklärung der slovakischen Bischofskonferenz, nachdem eines ihrer Mitglieder vom «Hl. Vater» abgesetzt wurde….)Helmut Schüller erzählte es schon öfters: Alle Rufe nach Reformen wurden von den Bischöfen geschluckt, ohne dass etwas geschah. Erst als die Pfarrer- Initiative von Ungehorsam sprach, blieb dies in den bischöflichen Kehlen wie eine Fischgräte stecken – und mann musste endlich sich damit auseinandersetzen.Nochmals einige Zeilen von Paul M Zulehner zum Thema Gehorsam:»Wahres Gehorchen aus Freiheit bedeutet immer auch, dass man seine eigene Freiheit bewahrt. Freiheit heißt aber immer auch Verantwortung übernehmen und auf sein eigenes Gewissen zu achten. Aus Freiheit geborener Gehorsam, der das Gewissen missachtet, wird sündig, so die Bibel.Natürlich gilt das für beide Seiten, die Autorität und jene, die gehorchen. Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass jemand gerade weil er gewissenhaft ist, in einen partiellen Konflikt mit der Autorität gelangt. Eine solche Situation ist normal und verlangt auf beiden Seiten Respekt und Fingerspitzengefühl. Bequem und billig wäre es, vor dem eigenen Gewissen zu flüchten und sich blind zu unterwerfen. Für die Gemeinschaft sind solche gewissenhafte Dissidenten unangenehm.Die Kirche im Dritten Reich hatte keine Freude mit einem Jägerstätter. Auch Kardinal Newman und sein Toast auf das Gewissen vor dem Toast auf den Papst hat nicht nur Applaus geerntet: Aber Benedikt XVI. hat ihn (dennoch?) selig gesprochen.»—————————-Tröstlich, auch wenn kam jemand von uns selig gesprochen werden möchte …
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant