Wollen die Araber keinen Frieden?Tausendfach ist es zu lesen und zu hören: Die Araber sind an einem Frieden mit Israel nicht interessiert. Wirklich? Die Fakten sehen seit 10 Jahren anders aus: Dazu wieder aus Marlène Schniepers Buch «Nakba – die offene Wunde»:«Am 28. März 2002 lancierte die Arabische Liga in Beirut eine von Saudiarabien entworfene Friedensinitiative. 22 arabische Staaten schlugen Israel erstmals eine Normalisierung der Beziehungen vor, wenn es sich aus den 1967 besetzten Gebieten zurückziehe und Hand biete zu einer gerechten Regelung des Flüchtlingsproblems. Noch nach dem Sechstagekrieg hatte die Liga am Gipfel von Khartoum Israel ein dreifaches Nein entgegengeschmettert: Nein zum Frieden, Nein zur Anerkennung, Nein zu Verhandlungen. Die Initiative markierte demnach einen historischen Wendepunkt, die Abkehr von der arabischen Verweigerungshaltung gegenüber dem jüdischen Staat. Israels Aussenminister Shimon Peres nickte zwar wohlwollend und sprach von einer ‹ermutigenden Entwicklung›. Ministerpräsident Ariel Sharon aber stand der Sinn nicht nach versöhnlichen Gesten.» (S. 173)
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant