Wortgottesdienste als Revolution?Bei der folgenden Meldung aus dem Ruhrgebiet kann man als Schweizer nur staunen. Da werden in Herne 16 Leute beauftragt, am Sonntag Wortgottesdiensten vorzustehen – notabene ohne Predigt und Kommunionfeier. Es sei ein «grosser Schritt» – der in der Meldung fast wie eine Revolution dargestellt wird. In der Schweiz gibt es so was seit Jahren (Jahrzehnten?) in unzähligen Pfarreien.
Ohne Predigt und Kommunion16 Herner und – ja, auch Hernerinnen, sind jetzt hochoffiziell vom Erzbischof der Diözese Paderborn beauftragt worden, solche Wortgottesfeiern zu leiten. Das ist – für katholische Verhältnisse – ein großer Schritt, aber demnächst wohl die einzige Möglichkeit, eine bereits versammelte Gemeinde nicht unverrichteter Dinge wieder entlassen zu müssen. Bei der Wortgottesfeier fehlen allerdings im Unterschied zur Eucharistiefeier zwei wesentliche Elemente: die Predigt und die Kommunion.Zwei von denen, die dann demnächst Samstagabends oder Sonntagmorgens am Altar stehen werden, sind Beate Buchholz aus Eickel und Volker Just aus Börnig. Beide sehen sie eine große Chance in der Aufgabe, die sie da künftig schultern wollen – es stärke die Position der Laien in der Kirche und «vor allem die der Frauen», schmunzelt Beate Buchholz. Sie ist sich vollauf darüber im klaren, dass es mehr als erstaunte Blicke bei ihren ersten Einsätzen geben wird. Denn obwohl sie als engagiertes Gemeindemitglied und als Vorsitzende der kfd bekannt ist, ist eine Frau als zentrale Person am Altar in der katholischen Kirche komplett ungewohnt. Ihr Kollege Volker Just hat da als Mann einen einfacheren Stand.
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant