Die Dritte Generalkongregation fand am 20. Oktober 1962 unter dem Vorsitz von Kardinal Achille Liénart aus Lille statt. Bei dieser Sitzung wurde u.a. auch kurz eine Botschaft des Konzils diskutiert, deren Entwurf auf die beiden französischen Dominikaner-Patres Marie-Dominique Chenu und Yves Congar zurückgeht und das Konzilsprogramm von Johannes XXIII. aufnimmt.
In der auf dieser Sitzung verabschiedeten «Botschaft der Konzilsväter an die Welt» heisst es:«An alle Menschen und an alle Nationen möchten wir die Botschaft des Heiles, der Liebe und des Friedens senden, die Jesus Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, der Welt gebracht und der Kirche anvertraut hat. Aus diesem Grund haben wir uns auf den Wunsch des Heiligen Vaters, Papst Johannes’ XXIII., hier versammelt […]. Bei dieser Versammlung wollen wir unter der Führung des Heiligen Geistes Wege suchen, uns selber zu erneuern, ‹um dem Evangelium Jesu Christi immer treuer zu entsprechen›. Wir wollen uns bemühen, den Menschen unserer Zeit die Wahrheit Gottes in ihrer Fülle und Reinheit so zu verkünden, dass sie von ihnen verstanden und bereitwillig angenommen werde […]. Aus allen Völkern unter der Sonne vereint, tragen wir in unseren Herzen die Nöte der uns anvertrauten Völker, die Ängste des Leibes und der Seele, die Schmerzen, die Sehnsüchte und Hoffnungen. Alle Lebensangst, die die Menschen quält, brennt uns auf der Seele. Unsere erste Sorge eilt deshalb zu den Schlichten, zu den Armen und Schwachen. In der Nachfolge Christi erbarmen wir uns über die vielen, die von Hunger, Elend und Unwissenheit geplagt sind. Wir fühlen uns mit allen jenen solidarisch, die noch kein menschenwürdiges Leben führen können, weil es ihnen an der rechten Hilfe fehlt […]».(Giancarlo Collet)
Nachtrag zum Blog-Artikel Latein als KonzilsspracheBei der Diskussion um die «Botschaft des Konzils an die Welt» melden sich die beiden Melkiten Bischof Joseph Maalouf und Patriarch Maximos IV. Saigh zu Wort – und beide sprechen französisch. Patriarch Maximos begrüsst die Konzilsbotschaft als «excellent» und plädiert dafür, dass sie, wie sie ist, angenommen wird. Statt Veränderungsvorschläge für die Konzilsbotschaft formuliert er einen Dank an den Papst:«Si j’ai quelque chose à dire, c’est de porter une motion à Sa Sainteté le Pape pour le remercier de cet esprit nouveau qu’il a semé dans l’Eglise catholique, l’esprit d’unité, esprit de charité, esprit d’amour, qui, à la fin, peut arriver à unir les deux Eglises ensemble, et c’est la fin pour laquelle nous devons tous travailler. Dixi.»(emf; Zitat aus AS 1/1,247)
Konzilsblogteam
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/wem-gilt-die-sorge-der-konzilsvaeter/