Wo stehen die jungen Priester

«Geist des Konzils nicht auslöschen»Nochmals Bischof Erwin Kräutler:Zum Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65), dessen Beginn sich heuer zum 50. Mal jährt, sagte Kräutler: «Die grosse Mehrheit der Bischöfe in Lateinamerika steht hinter dem Konzil, aber viele von ihnen erwarten sich noch mehr davon.» Der Geist des Konzils dürfe nicht ausgelöscht werden.Den europäischen Befund, dass viele jüngere Priester konservativ denken und die Berufung auf das Konzil als Nostalgie betrachten, könne er auch für Brasilien bestätigen, so der Bischof: Er habe aber auch jüngere Priester in seiner Diözese, «für die sind das Konzil und die Befreiungstheologie sehr wichtig». Sie setzten sich für die Armen ein und würden deshalb mit Behörden in Konflikt geraten, wenn sie die Menschenrechte verteidigen. Kräutler: «Das sind junge Priester, die sehr fromm sind, sehr kontemplativ, die sich aber gleichzeitig so sehr für das Volk einsetzen, dass ich eine helle Freude daran habe.»Es gebe aber auch andere, «die gern die Institution Kirche vertreten». Sie freuten sich, «weil ihr Stellenwert als Priester in den Movimenti ganz gross herausgestrichen wird». Nachsatz: «Aber die anderen, die aus der Befreiungstheologie herauskommen, hat das Volk wirklich gern. Das ist der Unterschied.»————————————————Wichtig scheint mir hier auch ein differenziertes Bild der jungen «Priesterschaft».

Walter Ludin

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