Das Sekretariat extra ordinem in freimütiger Begegnung mit dem Papst

Die Leitung des Konzils ist zu Beginn einerseits einem Präsidialrat, andererseits einem Sekretariat für ausserordentliche Angelegenheiten anvertraut. Am 16. Oktober 1962 findet die erste Sitzung des Sekretariates extra ordinem in Anwesenheit von Papst Johannes XXIII. statt.Einleitend macht der Papst den Unterschied zwischen dem I. und dem II. Vatikanischen Konzil an der Repräsentanz offizieller Persönlichkeiten und damit dem Wohlwollen der Welt gegenüber dem Konzil fest. Dann erinnert er das pastorale sowie das ökumenische Anliegen des Konzils. Darauf äussern die Mitglieder des Sekretariates freimütig ihre Sorgen und Vorstellungen. Suenens plädiert für Konzentration auf ein zentrales Thema. Auch macht er sich zum Sprachrohr einiger Bischöfe, welche mit dem Bus zur Konzilsaula kommen müssen und deswegen bei den Sitzungen des Konzils lieber auf die Prälatengewänder verzichten möchten. Dies lehnt Johannes XXIII. ab: Das Konzil sei eine liturgische Versammlung, die mit der Eucharistie beginnt, und ausserdem komme ein Konzil nicht alle Tage vor.Suenens hebt rückblickend die Einfachheit und den Freimut des Papstes hervor. Auf die Frage, warum er die Präfekten der römischen Kongregationen an die Spitze der Konzilskommissionen gesetzt habe, womit die Freiheit der Arbeit und der Diskussion beeinträchtigt sei, habe der Papst lachend geantwortet: «Ha ragione lei, ma mi ha mancato il coraggio» («Sie haben Recht, aber mir hat der Mut gefehlt») (Su 60).(emf)

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