Dreifaltigkeit

Die «gesellige Gottheit»Für jeden seriösen Prediger – andere gibt es ja nicht! – ist Dreifaltigkeit eine grosse Herausforderung, dazu etwas allgemein Verständliches zu sagen. Denn ganz erfassen lässt sich der Inhalt des heutigen Festes nicht. So stehe ich jetzt vor einem hoffnungslosen Unterfangen. Am Schluss meiner Predigt wissen Sie immer noch nicht, was Dreifaltigkeit bedeutet. Vielleicht haben Sie eine etwas weniger unklare Vorstellung davon, nach dem Motto eines Freundes: «Wir sind immer noch verwirrt, aber auf einer höheren Ebene.Eine der besten neueren Annährungen an das Geheimnis der Dreifaltigkeit stammt vom Berner Pfarrer und Dichter Kurt Marti. Er prägte den Begriff der «geselligen Gottheit». Marti stützt sich dabei auf die mittelalterliche Mystikerin Mechthild von Magdeburg:So stellt er sich den dreifaltigen Gott vorals Gemeinschaft,vibrierend, lebendig,beziehungsreich?Kein einsamer Autokrat (Alleinherrscher) jedenfalls, schon gar nicht Götze oder Tyrann! Eine Art Liebeskommune vielmehr,einer für den andern,»dreifach spielende Minneflut« (MECHTHILD VON MAGDEBURG).
Dieser Begriff «dreifach spielende Minneflut» stammt eben von Mechthild. Sie meint damit, die drei göttlichen Personen hätten miteinander so etwas wie einen ständigen, liebevollen Kontakt. Marti meint, diese göttliche «Liebeskommune» sei ein Vorbild für die Kirche. Auch die Kirche müsse geprägt sein von einer liebevollen Kommunikation.
Soweit Kurt Marti. Ich möchte den Gedanken etwas weiterspinnen und fragen:Wie verhalten die drei göttlichen Personen sich zu uns Menschen?»«¢ Gott Vater wollte die «Liebeskommune» nach aussen öffnen. So schuf er den Menschen als sein Gegenüber.»«¢ Er sandte seinen Sohn als sein Abbild, damit sichtbar wird, wer Gott ist: der Gütige, Barmherzige, Verzeihende. So konnte Jesus sagen: «Wer mich sieht, sieht den Vater.»«»¢ Der Heilige Geist ist die Kraft, mit der Jesus Christus auf Erden weiterwirkt, bis zur Vollendung der Welt. Wiederum Jesus, und zwar vor seiner Himmelfahrt: «Ich lasse euch nicht als Waisen zurück. Ich schicke euch meinen Geist als Helfer, Tröster und Beistand.» (…)Stans, 9.30 Uhr St. Klara; 10.40 Uhr Pflegeheim

Walter Ludin

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