Oder: Wer spaltet die Kirche?Aus dem Newsletter der österreichischen Laien-Initiative:»Bischof Kapellari kritisiert in seinem Hirtenbrief sehr scharf die Kirchenreformer: Das führt zur Spaltung oder ist schon Spaltung. Hier droht ein Weg in die Sackgasse. Damit hat er vollkommen Recht, allerdings in eigener Sache. Kapellari und Co. sollen nicht anderen in die Schuhe schieben, woran sie selber schuld sind. Die Spaltung kommt von der Kirchenleitung. Sie verwechselt Ursache und Wirkung. Als dauerhafter Reformverweigerer hat sie die diversen Initiativen dagegen verursacht, die Kirchenkritiker, die die überwältigende Mehrheit der Gläubigen ausmachen, auf den Plan gerufen. Die Mehrheit schließt die Wahrheit nicht aus.Wer den dringend notwendigen Dialog mit dem Kirchenvolk verweigert, wer auf die sachlichen und fachlichen Einwände der Kritiker nicht eingeht, der soll nicht die Einheit beschwören. Es geht nicht um die Einheit um ihrer selbst willen, nicht um jeden Preis, sondern um die Umsetzung des Evangeliums sowie des Konzils. Wer schweigt, wird mit schuld an den Fehlentwicklungen der Kirche.» Univ.-Prof. Dr. Anton Kolb, Graz
Auch das noch: Benedikt XVI. weist in seinem Schreiben über «pro multis» darauf hin, dass die Einsetzungsworte im Namen der Einheit auf der ganzen Welt gleich sein sollen. Faktisch wird aber durch seinen Wunsch, auch auf dt. müsse es «für viele» heissen, die Spaltung in die Pfarreien hinein getragen. Ich habe mich schon dabei ertappt, dass ich darauf warte, welche Fassung der Zelebrant benutzt. Und wenn ich selber zelebriere, denke ich, ob wohl jemand mich zur Rede stellt, weil ich nicht die Version des Papstes brauche. Es wäre nicht das erste Mal, dass ich sowas erlebe. Eine Dame hat mal eine Viertelstunde mit mir in der Sakristei darüber diskutiert, warum ich im Einsetzungsbericht nicht von den Jüngern, sondern von den «Freunden» Jesu spreche. Die Antwort gab sie mir dann selber: «Sie sind ein Alt-68er und wollen die Leute zum Denken bringen.» Schlimm, schlimm! Und das in der Kirche …
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant