…. Römische VerfahrenNochmals (zum letzten Mal) zwei kurze Abschnitte aus F.X. Kaufmanns Vortrag an der Tagsatzungs-Veranstaltung, die vor einer Woche in Zürich stattfand:
«Das II. Vatikanische Konzil und seine Lehre vom allgemeinen Priestertum der Gläubigen wird aber trotz aller traditionalistischen Versuche zu seiner Delegitimierung als Stachel im Fleische der hierarchischen Amtskirche wirken.»
Es ist wirklich zu fragen, wo aus der Lehre des allgem. Priestertums Konsequenzen gezogen wurden. Das Lehramt hat sich vor allem darauf eingeschossen, die «wesenhaften» Unterschiede zum besondern Priestertum zu betonen.
Weiter bei Kaufmann:»Nicht zuletzt aber dürfte es darum gehen, die Verfahren vatikanischer Entscheidungsfindung transparenter zu machen und die Errungenschaften moderner Rechtsstaatlichkeit – Akteneinsicht, rechtliches Gehör, richterliche Überprüfung von Entscheidungen – endlich auch in der Kirche zum Tragen zu bringen. Dies schiene mir ein Postulat, das sich auch innerhalb der vorhandenen Kirchenstrukturen verwirklichen ließe, auf hohe kulturelle Plausibilität rechnen kann und daher eine gewisse kirchenpolitische Priorität verdienen könnte. Man muss die Antiquiertheit der vormodernen Formen kirchlicher Herrschaftsausübung thematisieren, deren religiöse Legitimation auf sehr schwachen Füßen steht.»
Übrigens: Hier haben wir es auch mit einem sehr deutlichen Postulat der Synode 72 zu tun. Mag noch jemand sagen, die Synode sei «überholt» ….
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant