Nicht nur die Hostie ...

… auch das Brot miteinander teilenWenn wir die Botschaft Jesu recht verstehen, haben die beiden Geschehnisse im Abendmahlssaal einen engen, untrennbaren Zusammenhang:»«¢ Die Fusswaschung»«¢ Das AbendmahlBeide Male handelt Jesus aus Liebe:»«¢ Aus Liebe verrichtet er den geringsten Dienst, den man damals tun konnte, jemandem die Füsse waschen»«¢ Aus Liebe gibt er sein Leben hin.Und beide Male dürfen wir nicht unbeteiligte Zuschauer, blosse Konsumenten von News sein:»«¢ «Auch ihr müsst einander die Füsse waschen.»«»¢ Und beim Verteilen von Brot und Wein: «Tut dies zu meinem Andenken/Gedächtnis»Vergessen wir nicht: Dieser zweite Auftrag bedeutet nicht bloss, dass wir in die Messen gehen/die Kommunion empfangen sollen.Der brasilianische Dominikaners Frei Betto legt Jesus die folgenden Worte in den Mund: «Als ich sagte: ‹Tut dies zu meinem Gedächtnis› wollte ich nicht damit sagen, dass ihr nur daran denken sollt, was ich getan habe, sondern dass auch ihr euren Leib und euer Blut für die Erlösung der Menschen hingeben müsst. So wie ihr in der Messe meinen Leib und mein Blut empfangt, so müsst ihr in eurem Leben auch beides hingeben. … Wenn ihr mich also in der Eucharistie empfangt, dann müssen euch die andern in ihrem Leben empfangen. So sind wir dann in vollkommener Gemeinschaft.» Dies schrieb Bruder Betto nicht am sicheren Schreibtisch, sondern im Jahre 1970 in einem Gefängnis, in das ihn die Diktatoren-Generäle geworfen hatten. Er wusste damals nicht, ob er überleben oder als Märtyrer der Gerechtigkeit sterben würde. Was er da schreibt, sind starke Worte: Wenn ihr Jesu Leib und Blut empfangt, müsst ihr bereit sein, euren Leib, euer Blut für die andern hinzugeben/aufzuopfern.Seien wir realistisch: Kaum jemand von uns wird in die Lage kommen, dies buchstäblich tun zum müssen: sein Leben hinzugeben.Was wir alle tun müssen, kann nicht weniger mühsam sein: Nämlich unser Leben, das wir sind und haben, miteinander zu teilen.Als Student machte ich ein Praktikum bei der Integrierten Gemeinde in München. Dort lernte ich das Wort kennen: Wir müssen nicht nur die Hostie miteinander teilen, sondern auch das Brot.»Das Brot miteinander teilen» ist weniger dramatisch als seinen Leib/Blut zu geben. Aber: Sind wir wirklich dazu bereit, unser tägliches Brot miteinander zu teilen?(Langnau i. E., Hoher Donnerstag, 20 Uhr)

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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