Ratlosigkeit statt BegeisterungSimon Spengler, Sekretär der Kommission für Kommunikation und Medien der Schweizer Bischofskonferenz, in einem Beitrag in der neuesten Ausgabe der CVP-Parteizeitschrift «Die Politik» unter dem Titel «Aufbruch ins gelobte Land».
(…) In den Kirchen sei derzeit «weiss Gott von Aufbruch nicht viel zu spüren», bedauert Spengler. In der katholischen Kirche werde dieses Jahr des 50. Jahrestages der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) gedacht, doch bis in die oberste Kirchenleitung hinein sei diesem Jubiläum gegenüber «eher Ratlosigkeit denn Begeisterung zu spüren». Von Aufbruch sei nichts zu sehen, «schon gar nicht angesichts der meines Erachtens drängendsten Frage, der Rolle der Frau in dieser Kirche». Zahlreiche Bischöfe hätten nach den Missbrauchsskandalen «ein kritisches Nachdenken über die Frage der Machtverteilung beziehungsweise -konzentration in der Kirche angekündigt» sowie ein Hinterfragen des traditionellen Priesterbildes, doch geschehen sei bisher «reichlich wenig».Die Kirche werde heute viel mehr gebraucht, als ihr selber womöglich bewusst sei, schreibt Spengler. Denn eine Welt ohne das Engagement der Gläubigen wäre nicht nur «ärmer und trister». Vor allem aber könne die Kirche nicht anders, als «das mahnende Gedächtnis» an die Aufforderung Gottes an Mose zu bewahren: «Sage den Israeliten, sie sollen aufbrechen.» «Die Politik» ist die Zeitschrift der Christlichdemokratischen Volkspartei (CVP) der Schweiz. Sie erscheint zehn Mal jährlich sowohl in deutscher wie in französischer Sprache. Jede Ausgabe ist einem bestimmten Thema gewidmet.Hinweis: Der Beitrag im Wortlaut unter http://www.die-politik.ch/de/aktuelle-ausgabe/artikel/549_aufbruch-ins-gelobte-land/—————————Lieber Simon, wie gerne würde ich hier schreiben, du habest nicht recht. Leider ist von faktischem (!), nicht bloss mit frommen Worten herbeigeredeten Aufbruch herzlich wenig zu spüren.
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant