Jerusalem gehört allen

Schluss mit Apartheid, Besatzung und Vertreibung. Gegen Rassismus!Wie erwartet hat mein Beitrag zum Israel-Boykott vom Freitag etliche Reaktionen ausgelöst, leider auch Gehässigkeiten und Unterstellungen. Ein Grund mehr, am Thema zu bleiben. Darum gebe ich hier die unten stehende Meldung zur gestrigen Berner Demo wieder. Zuerst aber die Frage an meine Kritiker: Was meint ihr zur Siedlungspolitik, die das Völkerrecht klar verletzt? Oder ein Detail: Müssen beispielsweise Ambulanzen mit schwer Kranken oder bald Gebärenden aufgehalten werden, um die «Sicherheit» Israels zu gewährleisten. Steht nicht hinter alle dem die Taktik, die Region «palästinenserfrei» zu machen?
Auf dem Bundesplatz in Bern demonstrierten am Samstag, 31. März 2012 rund 600 Personen zur Unterstützung des «Globalen Marsch nach Jerusalem»,mit welchem am 30. März, dem «Tag des Bodens», in und um Palästina und weltweit Hunderttausende von Menschen teilgenommen haben.Die TeilnehmerInnen in Bern protestierten gegen die brutale Unterdrückung des friedlichen Massenprotests vom 30. März durch die israelische Armee,bei der ein Jugendlicher getötet und viele weitere Menschen schwer verletzt wurden.Zur Demonstration in Bern hat ein Bündnis schweizerischer Solidaritätsorganisationen aufgerufen. In seiner Ansprache warnte Dr. John Hayek,Präsident der palästinensischen Gemeinde der Schweiz, vor der immer gefährlicheren Lage, die durch die israelische Politik der ethnischenSäuberung Jerusalems, der Zerstörung der Lebensgrundlagen sowie der Identität der PalästinenserInnen geschaffen wird. Weitere RednerInnenberichteten über die aktuelle Situation in Ost-Jerusalem und den weiteren besetzten Gebieten und zeigten auf, wie die PalästinenserInnen konkretunterstützt werden können, z.B. durch den Boykott israelischer Produkte.
Obschon die zionistische und kolonialistische Politik Israels der Vertreibung und Besiedlung in Palästina das internationale Recht seit Jahrzehntensystematisch verletzt, ergreift die sogenannte Staatengemeinschaft keinerlei Sanktionen gegen Israel. Deshalb ist der gewaltlose Widerstand derpalästinensischen Bevölkerung sowie deren solidarische Unterstützung wichtig. Der «Marsch nach Jerusalem» hat weltweit, so auch in Europa undder Schweiz, die Ursachen des Palästinakonflikts benannt und durch ihn haben sich weltweit Menschen aktiv für die Rechte des palästinensischenVolkes eingesetzt.

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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