Wer hats erfunden: die IsraeliIch weiss, mit diesem Eintrag begebe ich mich aufs Glatteis. Und höre schon den Vorwurf des «Antisemitismus»…Zusammen mit rund 10 000 habe ich den Aufruf an Coop und Migros unterzeichnet, keine Waren aus Israel anzubieten. Man verpflichtet sich: «Ich verzichte auf den Kauf / Verkauf von israelischen Produkten bis Israel das Völkerrecht einhält und die legitimen Rechte der PalästinenserInnen anerkennt.»http://www.bds-info.ch/aufruf/
Im Augenblick geht es vor allem auch um Kartoffeln, die Israel auf dem Gebiet vertriebener Beduinen anpflanzt.http://www.palaestina.ch/hp/d/aktu_alle.php
Solche Aufrufe haben «prächtige» Vorbilder. In den 1920er-Jahren haben ausgerechnet die Juden Waren der «Gegenseite» boykottiert, konkret der Palästinenser in Palästina. Ben Gurion erinnert sich: «Ich muss die Tatsache verteidigen, dass … wir Hausfrauen predigten, nicht in arabischen Geschäften zu kaufen; dass wir an Ostplantagen Wache standen, um zu verhindern, dass arabische Arbeiter dort Arbeit fanden; dass wir arabische Tomaten mit Benzin übergossen.» Usw. Dass bald darauf Nazis ähnliche Massnahmen gegen die Juden in Deutschland anwandten, ist ein Stück Ironie der Geschichte. Dies führte leider auch dazu, dass dem Boykott israelischer Produkte der Geruch von etwas Verwerflichem anhaftet. Wie jede Kritik an Israel bald einmal mit dem Etikett «antisemitisch» versehen wird. Es ist kein Geheimnis, dass der Staat Israel und seine Vertreter – vor allem in Deutschland – damit jede Kritik abblocken wollen. Fallen wir nicht auf diese Finte ein …
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant