Prof. Dr. Joseph Ratzinger ...

… und die ÖkumeneEin junger Professor be-wertet das Konzil (später hat er es vor allem ab-ge-wertet!!):
«Und ,ökumenisch’ sollte nicht heißen: Verschweigen von Wahrheiten, um die anderen nicht zu verstimmen. Was wahr ist, muss offen gesagt werden, ohne Verbergen; die volle Wahrheit ist ein Teil der vollen Liebe. ,Ökumenisch’ sollte vielmehr heißen: dass man aufhört, die anderen bloß als Gegner zu sehen, gegen die man sich verteidigt (nachdem wiederum die Abgrenzung lange und gründlichgenug geschehen ist); dass man versucht, sie als Brüder zu erkennen, mit denen man spricht und von denen es auch zu lernen gibt. ,Ökumenisch’ sollte heißen: dass man auf die Wahrheit achtet, die der andere hat, auf die ernsthaften christlichen Anliegen, die er selbst da vertreten kann, wo er von uns getrennt ist oder irrt. Und ,ökumenisch’ sollte heißen: das Ganze einbeziehend; nicht bloß jenen Teilaspekt sagen, der im Augenblick nach einer Verurteilung oder Korrektur ruft, sondern die innere Ganzheit des Glaubens hinstellen und so dem getrennten Bruder bewusst machen, dass alles wahrhaft Christliche im Katholischen eingeborgen ist. Man sollte wieder mehr bedenken, dass die beiden Wörter ,ökumenisch’ und ,katholisch’ von ihrem Ursprung her dasselbe sagen, dass Katholischsein also bedeutet, sich nicht in Sondertraditionen zu verspinnen, sondern der ganzen Fülle des Christlichen offenstehen.» (Joseph Ratzinger, die erste Sitzungsperiode des Zweiten Vatikanischen Konzils. Ein Rückblick, Köln 1963, S. 45-47).———————————————————————————————Es wäre wohl aufschlussreich, diese Sätze mit den Aussagen von «Dominus Jesus» und ähnlichen Dokumenten desselben Mannes zu vergleichen. Nun, man mag einwenden, die Funktion eines Professors und eines Präfekten der Glaubenskongregation/eines Papstes seien unterschiedlich. Das wäre ein glänzendes Beispiel von «Relativismus» …

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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