Die Konzilsankündigung 1959 war öffentlich, und so war es nicht verwunderlich, dass in den Medien darüber berichtet wurde und die Vorbereitungen wachsam beobachtet wurden. In der Vorbereitungszeit wurde gelegentlich beklagt, dass (trotz der Geheimhaltungspflicht – siehe Blog-Eintrag vom 15.9.2012) in der Presse vertrauliche Interna verhandelt wurden. Nicht von ungefähr drängten manche Bischöfe schon seit 1961 darauf, dass ein offizielles Pressebüro eingerichtet wird. Bischof Michael Keller von Münster schrieb am 15. April 1961 an Julius Kardinal Döpfner: «Es besteht zur Zeit eine vielleicht einmalige Chance, die öffentliche Weltmeinung durch gezielte Informationen positiv zu beeinflussen und zu steuern. Solange man selbst nichts unternimmt, darf man sich nicht darüber beklagen, dass die Berichterstattung über die Vorbereitung des Konzils so kümmerlich und z.T. auch abwegig ist» (Dö 141; vgl. 145.159). Im Mai 1962 versprach Papst Johannes XXIII. Journalisten «herzliche Aufnahme», bat um ihre Unterstützung, damit das Konzil auf alle Menschen guten Willens Einfluss nehmen könne, und sprach sich selbst für eine offene Informationspolitik aus. Andere Stellen im Vatikan, einschl. des Pressedienstes des Vatikan, fürchteten unzuständige Einmischungen und verhielten sich eher restriktiv.Das Pressebüro des Konzils wurde am 2. Oktober 1962 eröffnet und am 5. Oktober 1962 eingeweiht. Die Medien waren zuhöchst interessiert und überdies dem Konzil gegenüber positiv eingestellt. Bis zum 2. Oktober waren bereits 600 Pressekarten an Journalisten ausgegeben worden. Nicht zuletzt unter Einfluss der Wünsche deutscher Publizisten waren im Pressebüro Abteilungen für die einzelnen Sprachgruppen eingerichtet worden. Während der ersten Konzilswochen verbesserten sich die anfänglich noch dürftigen Informationsflüsse, da abwechselnd je zwei Leiter der Sprachgruppen, für die deutschsprachige Abteilung Prälat Gerhard Fittkau, an den Generalkongregationen teilnehmen durften. Die grossherzigere Informationspolitik entsprach dem Anliegen Papst Johannes› XXIII., die Kirche in Dialog mit der Welt zu sehen und dem Frieden zu dienen.(emf; vgl. A 1,519-537)
Konzilsblogteam
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