Gehorsam

Zwei grosse SchiffeEin Prof. Dr. (offenbar kein Theol.) aus München schreibt mir ein besorgtes Mail: «Bin heute (leider) zufällig in Ihren Blogg geraten und frage mich erschüttert: Was hat Sie in Ihrem Leben als Kapuziener (sic!) eigentlich so stark verletzt, dass Sie nur noch destruktive Meinungen über unsere Kirche gelten lassen. Und warum bleiben Sie noch im Orden? Können Sie tatsächlich Ihrem Gelübte (sic!) noch treu bleiben, die versprochenen Regeln einhalten? ….Gerne würde ich Ihre Definition zum Thema «Gehorsam» einmal hören. Dazu nur zwei Bemerkungen:- Mich persönlich hat kaum etwas verletzt. Jedoch schmerzt mich die Art und Weise, wie z.B. mit Geschiedenen umgegangen wird (das jüngste Beispiel kennen wir ja) oder wie Pfarreien die Eucharistie vorenthalten wird.– Bei der Frage nach dem Gehorsam dachte ich an Kapitän Schettino. Hätte seine Mannschaft gemeutert, als er das stolze Schiff in Richtung Klippen steuerte, wären Dutzende von Menschen noch am Leben. So denke ich, dass jemand protestieren muss, wenn der Kapitän das Kirchenschiff auf einen nicht zukunftsfähigen Kurs steuert. PS. Zum letzten Thema: Gerade gestern erzählte mir ein humorvoller, 86jähriger Mitbruder von einem Pfarrer, der meinte, das Kirchenschiff könne nicht untergehen. Es werde von vielen Nieten zusammengehalten.

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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