Vatikanische und andere ...

…RedeverboteAls Pressechef der Synode 72 im Bistum Basel kann ich die Aussage nur bestätigen, die Markus Ries am Donnerstag an den Anfang seines Referates über die Synode gestellt hat:»Das Kirchenvolk redet mit».Und leider hat Markus auch Recht, was er am Schluss im Zusammenhang mit einer römischen Instruktion feststellt (ich zitiere aus meinem Kipa-Bericht:)Die römische Kurie erliess 1997 eine «Instruktion über die Diözesansynoden», worin sie den Bischöfen einschärfte, die Behandlung aller Themen zu unterbinden, über welche das päpstliche Lehramt bereits entschieden habe. Denn: «Jeder Versuch, die Synode auf der Basis einer für sie in Anspruch genommenen Sichtweise als ‹Vertretung des Volkes Gottes› dem Bischof gegenüberzusetzen, steht im Kontrast zu eigentlichen Grundlage des kirchlichen Beziehungsgefüges.»Diese Instruktion habe die Partizipation und die geteilte Verantwortung in der Kirche «um eine Generation zurückgeworfen», sagte Ries. Er sah darin auch «das Ende einer erwartungsfrohen Zeit».
So weit der Bericht und die Aussagen von Markus Ries, dem Luzerner Professor für Kirchengeschichte. Im privaten Gespräch sagte im Anschluss daran Walter Kirchschläger: «Solche Redeverbote kenne ich nur allzu gut, aus einem andern Kontext.» Als Walter fragende Gesichter sah, meinte er nur: «Prag». Sein Vater war vor und nach dem Prager Frühling österreichischer Botschaft in der Tschechoslowakei. Sind sich die Herren im Vatikan bewusst, in welch schlechter Gesellschaft sie sich mit ihren Rede- und Denkverboten befinden???

Walter Ludin

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