Der «böse» Koran

ChristenverfolgungenDass es mir nichts ausmache, wenn so viele Christen (gemeint ist: durch Muslime) verfolgt werden, unterstellt mir E. Bucher in mehrern Kommentaren zu meinem Blog und auch in privater Korrespondenz. Dazu einige kurze Bemerkungen:-Dass ich mit den Verfolgten mitleide, muss ich wohl nicht eigens betonen. Wer mir etwas anderes unterstellt, kann es wohl nur in Unkenntnis meiner Person tun.-Wie Regina gestern schon in einem Kommentar geschrieben hat, werden mehr Muslime als Christen verfolgt. Denn die fundamentalistischen Muslime hassen auch ihre aufgeschlossenen Mitgläubigen. Wie es ja auch den Hass fundamentalistischer Christen gegen aufgeschlossene Christen geben. Was ich hier nicht mehr illustrieren muss …-Wer sich auch nur einigermassen in der muslimischen Welt auskennt, weiss, dass es unzählige Fatwas gibt, in denen höchste muslimische Autoritäten (z.B. von der angesehensten Uni im islamischen Raum, jene von Kairo) feststellen, dass der Koran keineswegs Selbstmordattentate rechtfertigt. Auffallend ist, dass die meisten muslimischen Fundamentalisten nicht Theologen sind. Viele von ihnen sind Ingenieure, Techniker usw. Es ist offensichtlich, dass sie den Koran missbrauchen, ohne ihn richtig zu kennen.-Wer weiss, dass die Selbstmordattentate der neueren Zeit nicht von einem Muslim «erfunden» wurden, sondern von einem Christen! Dem palästinensischen Kinderarzt (!!) Dr. Habasch. -Zu Buchers Ausgangspunkt, den «bösen» Zitaten aus dem Koran; und meiner Entgegnung, dass es viele ähnliche Stellen auch in der Bibel gibt. Es ist unfair, so zu tun, als ob gewisse koranische Zitate für alle immer noch Gültigkeit haben. Und dabei zu vergessen, dass es genau solche Zitate auch in unserer (!!!) Bibel stehen. Noch bis zum Konzil mussten wir Priester und Ordensleute im Brevier/Chorgebet beten, dass die Kinder der Ungläubigen an den Felsen zerschmettert werden. und bis heute noch gibt es, ausgerechnet in der Laude zu Sonn- und Feiertagen den Psalm, in dem die Gläubigen zu den Schwertern greifen, mit dem Lob Gottes auf ihren Lippen. Nochmal: ich fände es stossend, wenn mir jemand unterstellte, ich würde Gewalt feiern, weil solches in meinem Gebetbuch steht (Ich schweige jeweils statt mitzubeten…). Ebenso stossend finde ich es, wenn Christen die Muslime auf solche Stellen festnageln. Auch wenn es eine Minderheit der über 1 Milliarde Muslime gibt, die so was noch ernst nehmen.
PS: Wer lauthals die Christenverfolgungen beklagt, solle sich überlegen, was er dagegen tut, z.B. durch Unterstützung einschlägiger Hilfswerke. Vor Jahren hat mein Mitbruder Blaise gegen die Zustände in Mittelamerika demonstriert. Ein Mann am Rande der Demo hat ihn angeschrieen, er würde gescheiter gegen Christenverfolgungen demonstrieren. Bald darauf gab es am gleichen Ort eine solche Demo. Der Schreihals war nirgends zu sehen.

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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